19. Februar 2026 von Larissa Niedecken

KI fordert uns heraus – nicht durch ihre Stärke, sondern durch ihre Grenzen in Transformationsprozessen

In Diskussionen über Künstliche Intelligenz erlebe ich in Organisationen eine doppelte Spannung. Einerseits Begeisterung für ein leistungsfähiges Werkzeug, das Inhalte generiert, Prozesse beschleunigt und scheinbar mühelos unterstützt. Andererseits die wachsende Unsicherheit, ob sich Denkprozesse einfach an Technologie auslagern lassen und die Enttäuschung, wenn das nicht gelingt.

Gerade in didaktischen Formaten wie Design Thinking, etwa in meinen Kursen für angehende KI‑Manager:innen im deutschsprachigen Raum, wird diese Spannung sehr konkret. Studierende erleben dort, wo KI unterstützt und wo sie an ihre Grenzen stößt.​

Technologie braucht Kontext, nicht nur Daten

KI ist kein Ersatz für Denken. Sie verstärkt das, was bereits angelegt ist. Wenn ein Problem nicht ausreichend verstanden ist, entstehen auch mit KI keine tragfähigen Lösungen. Wenn Annahmen unklar bleiben, werden sie skaliert, nicht überprüft.​​

Diese Dynamik zeigt, wie wichtig es ist, den Kontext zu reflektieren, in dem KI eingesetzt wird, sowohl im Konzern als auch im Mittelstand. Die bekannte Formel „Shit in, shit out“ ist keine rein technische Warnung, sondern eine strategische Einsicht: Technologie kann keine Klarheit erzeugen, wo sie fehlt. Sie kann nur mit dem arbeiten, was ihr gegeben wird.​

Design Thinking als Prüfstein für KI im Business

Im Design Thinking geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern um Relevanz. Wer sich diesem Prozess stellt, lernt, Bedürfnisse zu erkennen, Spannungen zu benennen und Zielkonflikte auszuhalten. Erst danach entstehen erste Ideen. KI kann in diesem Prozess Impulse liefern, Sichtweisen erweitern, Muster vorschlagen, Hypothesen spiegeln. Doch sie bleibt Werkzeug, kein Entscheidungsträger.

Gerade weil viele Studierende und Führungskräfte sich „mehr Output“ von KI wünschen, wird in diesen Formaten deutlich, wie unverzichtbar menschliches Denken, Beobachten und Bewerten bleibt. Diese Erfahrung wirkt oft stärker als jede theoretische Einführung: Sie macht sichtbar, dass Methoden wie Design Thinking nicht überholt sind, sondern aktueller denn je.​

Business‑Impact: Qualität entsteht vor dem Einsatz von Technologie

Organisationen, die KI gezielt einsetzen, profitieren dort, wo Klarheit und Kontext bereits vorhanden sind. Dort kann Technologie Prozesse beschleunigen, Inhalte strukturieren und Perspektiven öffnen. Wo diese Voraussetzungen fehlen, erhöht KI vor allem eines: die Geschwindigkeit der Unklarheit.​

Wirkung entsteht nicht durch das Tool selbst, sondern durch die Reife im Umgang mit Fragestellungen, Entscheidungen und Spannungsfeldern. Technologie ist Mittel, nicht Richtung, gerade in Transformationsprogrammen, die strategische Weichen stellen sollen.​

Was Führungsteams aus der Begrenzung von KI lernen können

KI verändert Arbeitsweisen. Aber sie ersetzt keine Methoden, die auf Verständnis, Haltung und Verantwortung beruhen. Wer mit KI arbeitet, braucht Urteilskraft und ein Gespür dafür, wann menschliche Kompetenz gefragt ist.​

Die zentrale Aufgabe liegt deshalb nicht in der Technik. Sie liegt im Denken davor: in sauber formulierten Fragen, klaren Entscheidungslogiken und einer Kultur, die Lernen zulässt.​​

Trusted‑Advisor‑CTA

👉 Wenn Sie erleben, dass KI nicht die Ergebnisse liefert, die Sie erwarten, lohnt sich der Blick auf den Kontext. Ich helfe Ihnen, den Rahmen so zu gestalten, dass Technologie Ihre Entscheidungsqualität in Transformationen wirklich unterstützt,  statt Unklarheit zu skalieren.

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