1. Januar 2026 von Larissa Niedecken

Neujahr, neue Vorsätze warum Transformation keine grüne Wiese braucht

Der Jahreswechsel ist einer dieser Momente, in denen Organisationen kurz innehalten. Budgets werden neu verteilt, Strategien geschärft, Ziele formuliert. Es liegt etwas in der Luft, das nach Aufbruch riecht. Und gleichzeitig ist da eine leise Skepsis.

Denn die wenigsten Unternehmen starten ins neue Jahr auf einer grünen Wiese.

Die meisten starten mit offenen Baustellen, laufenden Projekten, müden Teams und der vagen Ahnung, dass Veränderung nötig ist aber nicht ganz klar, wo man eigentlich ansetzen soll.


Warum der Jahreswechsel trotzdem eine Chance ist

Der Jahresanfang ist kein Reset-Knopf. Aber er ist ein Übergang. Und Übergänge sind kraftvoll, wenn man sie bewusst gestaltet.

Was ich in vielen Organisationen erlebe: Es gibt den Wunsch nach Veränderung, aber auch die Müdigkeit aus vergangenen Initiativen. Menschen sind vorsichtig geworden. Nicht aus Widerstand, sondern aus Erfahrung.

Der Fehler liegt oft darin, den Januar zu überfrachten. Neue Programme, neue Ziele, neue Begriffe. Dabei braucht es häufig genau das Gegenteil: Klarheit statt Komplexität. Fokus statt Aktionismus.

Transformation beginnt selten mit großen Maßnahmen. Sie beginnt mit Orientierung.


Keine grüne Wiese und genau deshalb wirksam

Die Vorstellung, man müsse erst „aufräumen“, bevor man sich verändern kann, hält viele Organisationen in der Warteschleife. Doch Transformation findet fast immer mitten im laufenden Betrieb statt. Mit widersprüchlichen Interessen, begrenzter Zeit und unvollständigen Informationen.

Das ist kein Nachteil. Das ist die Realität.

Die Frage ist nicht, wie man alles neu macht. Sondern wo man anschlussfähig ansetzt. Welche Hebel jetzt wirksam sind. Und was das System im Moment überhaupt tragen kann.

In meinen Begleitungen zeigt sich immer wieder: Kleine, saubere Schritte erzeugen mehr Bewegung als große Vorsätze ohne Bodenhaftung.


Drei Impulse, die sich wirklich umsetzen lassen

Zum Jahresanfang braucht es keine neuen Buzzwords. Aber ein paar bewusste Entscheidungen können viel verändern.

Der erste Hebel ist Klarheit über den Ausgangspunkt. Nicht im Sinne einer Analyseflut, sondern durch eine ehrliche Standortbestimmung. Wo stehen wir wirklich, organisatorisch, kulturell, emotional? Diese Klarheit nimmt Druck raus und schafft Orientierung.

Der zweite Hebel ist Fokus. Nicht alles gleichzeitig verändern zu wollen, sondern bewusst zu priorisieren. Transformation scheitert selten daran, dass zu wenig getan wird. Sie scheitert daran, dass zu viel parallel passiert. Fokus ist kein Verzicht, sondern Führung.

Der dritte Hebel ist Beteiligung. Nicht als Alibi, sondern als echtes Gestaltungsprinzip. Menschen müssen nicht alles entscheiden. Aber sie müssen verstehen, warum etwas passiert und wo sie Einfluss haben. Dort entsteht Verantwortung.

Diese drei Punkte klingen unspektakulär. Und genau deshalb wirken sie.


Warum gute Vorsätze oft verpuffen

Viele Neujahrsinitiativen scheitern nicht an der Idee, sondern an der Übersetzung. Ziele bleiben abstrakt, Maßnahmen losgelöst vom Alltag, Führung zu weit weg vom Prozess.

Was dann entsteht, ist ein bekanntes Muster: Im Januar ist alles möglich. Im März holt der Alltag auf. Im Sommer spricht niemand mehr darüber.

Aus Business-Sicht ist das teuer. Studien zeigen, dass fehlende Priorisierung und unklare Zielbilder zu erheblichen Effizienzverlusten führen. Projekte werden gestartet, aber nicht abgeschlossen. Energie verpufft. Vertrauen sinkt.

Transformation braucht deshalb keine großen Vorsätze, sondern tragfähige Anknüpfungspunkte.


Der Jahresanfang als Gestaltungsraum

Der Januar eignet sich besonders gut für eine andere Art von Arbeit. Nicht für Lösungen, sondern für Fragen.

Was wollen wir dieses Jahr wirklich anders machen und warum?
Was lassen wir bewusst bleiben?
Welche Entscheidungen müssen wir treffen, um handlungsfähig zu werden?
Und was brauchen die Menschen im System, um mitzugehen?

Diese Fragen sind unbequem. Aber sie sind wirksam. Und sie schaffen genau das, was viele Organisationen gerade brauchen: Orientierung in Bewegung.


Fazit

Transformation braucht keine perfekte Ausgangslage. Sie braucht Ehrlichkeit, Fokus und Beteiligung. Der Jahresanfang ist keine grüne Wiese aber ein guter Moment, um den eigenen Standpunkt neu zu bestimmen.

Wer diesen Moment nutzt, um nicht alles neu zu erfinden, sondern bewusst zu gestalten, schafft eine stabile Grundlage für das, was kommt.

Nicht mit großen Vorsätzen.
Sondern mit klaren nächsten Schritten.


Trusted Advisor CTA

Ich begleite Organisationen genau in Phasen des Übergangs, wenn klar ist, dass Veränderung nötig ist, aber noch offen bleibt, wo und wie man sinnvoll ansetzt. Mit Klarheit, Struktur und einem realistischen Blick auf das, was das System tragen kann.

👉 Wenn Sie das neue Jahr nutzen wollen, um Transformation anschlussfähig und wirksam zu gestalten, lassen Sie uns sprechen.

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