Es gibt Workshops, bei denen man am Ende des Tages weiß, was auf der Flipchart steht. Und es gibt Workshops, bei denen am Ende des Tages etwas Neues im Raum ist. Ein gemeinsames Denken, das vorher nicht da war.
Ein solcher Workshop fand vor einiger Zeit im 31. Stock der Design Towers in München statt. Das Team: ein interdisziplinäres Führungsteam der IHK Schwaben, zusammengesetzt aus Kolleginnen und Kollegen verschiedener Abteilungen, die im Alltag eher getrennt voneinander arbeiten. Die zentrale Frage: Wie müssen sich unsere Angebote bis 2030 verändern, damit sie im Angesicht aktueller und zukünftiger Herausforderungen größtmöglichen Nutzen für Kunden stiften?
Methode als Ermöglichungsstruktur
An diesem Tag haben wir mit Design Thinking gearbeitet. Nicht weil Design Thinking eine Universallösung wäre, sondern weil es für genau diesen Kontext das richtige Werkzeug war: ein strukturierter Rahmen, der echten Perspektivwechsel ermöglicht und gleichzeitig zu konkreten Ergebnissen führt.
Design Thinking beginnt mit einer Phase, die viele Teams zu schnell überspringen: dem Verstehen. Nicht die Zielgruppe analysieren, sondern mit ihr denken. Nicht Annahmen bestätigen, sondern Annahmen hinterfragen. Wer sind die Menschen, für die wir Angebote entwickeln? Was bewegt sie wirklich? Wo entstehen Reibungen, die wir aus unserer Innenperspektive gar nicht sehen?
Aus diesem Verstehen heraus entsteht dann etwas, das ich als die eigentliche Innovationsleistung bezeichnen würde: nicht die kreative Idee, sondern das präzise Benennen des richtigen Problems. Strukturierter Rahmen und echte Offenheit schließen sich dabei nicht aus. Sie bedingen einander.











Tandem mit meinem Vater: ein besonderer Aspekt dieses Tages
Für mich persönlich hatte dieser Workshop eine weitere Dimension. Es war das erste Mal, dass ich gemeinsam mit meinem Vater Ingo Niedecken im Tandem unterwegs war. Wir haben beide in der Vergangenheit bei Fujitsu gearbeitet und schauten an diesem Tag buchstäblich aus dem Workshopraum auf unseren damaligen Arbeitsplatz.
Mein Vater hat im Verlauf des Tages einen Impuls gegeben, wie strategisches Business Development neue Perspektiven in Neuausrichtungen einbringen kann. Was auf den ersten Blick wie ein persönlicher Moment klingt, hat in der Praxis eine inhaltliche Bedeutung: Wenn Transformationsbegleitung und strategische Entwicklung zusammengedacht werden, entsteht ein Blickwinkel, den einzelne Disziplinen allein nicht liefern können. Das ist der Kern dessen, was wir als Transformation Experience in gemeinsamen Formaten zum Tragen bringen.

Was dieser Tag gezeigt hat
Die wichtigste Erkenntnis ist keine neue: Gute Lösungen entstehen nicht alleine am Schreibtisch. Sie entstehen im Austausch, im Perspektivwechsel, im gemeinsamen Denken. Was sich an diesem Tag bestätigt hat, ist der Wert von strukturierter Kreativität. Kreativität in einem Rahmen, der klare Sprints, bewusste Divergenz und anschließende Konvergenz ermöglicht.
Und es hat sich gezeigt, was passiert, wenn ein Team mit echter Neugier an eine Frage herangeht, die im Alltag oft zu vertraut wirkt, um noch wirklich gestellt zu werden: Wofür sind wir eigentlich da?
Business Impact
Teams, die sich regelmäßig Zeit nehmen, aus der Innenperspektive herauszutreten, entwickeln präzisere Angebote. Sie stützen sich weniger auf Annahmen und mehr auf tatsächlich beobachtete Bedürfnisse. Sie reduzieren Iterationsschleifen, weil das Zielbild früh schärfer wird. Und sie stärken die interne Zusammenarbeit, weil der gemeinsame Denktag Vertrauen aufbaut, das im Projektalltag trägt. Ein Tag Investition kann viele Monate Reibungsverlust ersparen.
Fazit
Design Thinking funktioniert dann, wenn es als das behandelt wird, was es ist: eine Arbeitsmethode mit klarer Struktur, kein Kreativversprechen ohne Verbindlichkeit. Es eignet sich besonders dort, wo komplexe Fragen auf heterogene Teams treffen und wo das Ergebnis nicht im Voraus bekannt sein kann. Was der Tag in München gezeigt hat: Die Kombination aus klarer Struktur, echter Neugier und Bereitschaft zum Perspektivwechsel reicht oft weiter, als man zu Beginn erwartet.
Wenn Sie für Ihr Führungsteam einen strukturierten Reflexionstag planen, der zu konkreten Ergebnissen führt: Sprechen Sie mich an. Gemeinsam entwickeln wir das Format, das zu Ihrer Frage und Ihrem System passt.
