Ende April bin ich für einen Tag nach Hannover geflogen. Gebucht war ich am Nachmittag bei femworx für einen LEGO® Serious Play® Workshop mit der Fragestellung, wie wir Neugier zurück in Teams holen können. Den Vormittag habe ich bewusst genutzt, um mich auf der Hannover Messe umzuschauen und ein Gefühl dafür zu bekommen, was die Unternehmen, die dort ausstellen, aktuell bewegt und fasziniert.
Wenig überraschend war das Thema Künstliche Intelligenz allgegenwärtig. Gefühlt jedes Unternehmen hatte seine eigene Lösung, seine eigene Anwendung, seine eigene Perspektive darauf, wie KI Prozesse effizienter, schneller oder präziser machen kann. Was mir dabei jedoch deutlich aufgefallen ist, war etwas anderes: Die Brücke zwischen Mensch und KI wird selten sauber geschlagen. Die Frage, welche Rolle der Mensch künftig in diesen Systemen spielt und was eine echte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Technologie bedeutet, bleibt häufig offen.
Das zweite Thema, das mich stark beschäftigt hat, war die Entwicklung im Bereich Robotik. Von humanoiden Robotern bis hin zu Robotern, die uns im Alltag unterstützen sollen, war alles vertreten. Ich habe mich dabei gleichzeitig fasziniert und irritiert gefühlt. Fasziniert, weil sichtbar wird, was technologisch möglich ist. Irritiert, weil diese Entwicklungen sehr schnell sehr nah an unser eigenes Handeln heranrücken.
Genau an dieser Stelle musste ich an meine Arbeit mit Führungsteams denken. Denn das, was auf der Messe sichtbar wird, ist nicht nur technologischer Fortschritt. Es ist auch ein Spiegel für das, was in Organisationen passiert, wenn neue Technologien eingeführt werden, ohne dass sie sauber begleitet werden. Technologie löst nicht nur Effizienzgewinne aus. Sie löst immer auch Emotionen aus: Unsicherheit, Fragen, manchmal auch Angst. Und genau diese Dynamiken führen häufig dazu, dass Organisationen nicht schneller werden, sondern zunächst in eine Art Stillstand geraten.
Ein kleines Beispiel aus meinem Alltag
Ich nutze selbst Roboter im Haushalt, beispielsweise einen Scheibenwischroboter oder einen Saug- und Wischroboter. Für mich sind das praktische Helfer. Meine Tochter hingegen hatte lange Zeit Angst vor diesen Geräten. Was sie irgendwann angefangen hat zu tun, war, ihnen Gesichter zu malen und sie damit „menschlicher“ zu machen. Und genau das hat etwas verändert. Die Angst wurde weniger, die Neugier größer.
Dieses kleine Beispiel zeigt sehr klar, was auch in Organisationen passiert. Wenn wir Technologien einführen, ohne sie für Menschen greifbar zu machen, entstehen Distanz und Unsicherheit. Wenn wir hingegen Räume schaffen, in denen Menschen sich mit diesen Themen auseinandersetzen können, sie gestalten und einordnen dürfen, verändert sich die Haltung.
Der Workshop bei Femworx
Am Nachmittag wurde genau das im Workshop bei Femworx sehr sichtbar. In einer gemischten Gruppe junger Führungskräfte haben wir uns gemeinsam der Frage gewidmet, wie Neugier zurück in Teams geholt werden kann. Wir haben mit LEGO® Serious Play® gearbeitet, um Gedanken sichtbar zu machen und greifbar werden zu lassen.
Was dabei entstanden ist, ging deutlich über eine methodische Übung hinaus. Wir haben darüber gesprochen, was Neugier für jeden Einzelnen bedeutet, wie sie sich in der Kindheit ausdrückt und warum sie im organisationalen Alltag oft verloren geht. Sehr schnell wurde deutlich, dass Neugier selten verschwindet, sondern häufig durch Rahmenbedingungen überlagert wird. Effizienzdruck, klare Zielvorgaben und der Wunsch nach schnellen Antworten führen dazu, dass Fragen leiser werden.
Gleichzeitig wurde auch klar, dass Neugier kein abstrakter Wert ist, sondern etwas sehr Konkretes. Die Gruppe hat gemeinsam Ideen entwickelt, die direkt am nächsten Tag im eigenen Team ausprobiert werden können. Kleine Veränderungen im Umgang miteinander, bewusst gesetzte Fragen, andere Formen von Austausch.














Business Impact
Was sich an diesem Tag sehr klar gezeigt hat, ist ein Spannungsfeld, das viele Organisationen aktuell beschäftigt. Auf der einen Seite eine immer schnellere technologische Entwicklung. Auf der anderen Seite die Frage, wie Menschen in diesen Systemen weiterhin wirksam bleiben können. Transformation entsteht nicht durch Technologie allein. Sie entsteht im Zusammenspiel von Technologie und menschlicher Haltung.
Organisationen, die Technologie einführen, ohne den menschlichen Faktor mitzudenken, erleben häufig Verzögerungen, Reibungsverluste und sinkende Akzeptanz. Initiativen, die eigentlich Geschwindigkeit bringen sollten, führen zunächst zu Unsicherheit und Abstimmungsaufwand. Projekte verlängern sich, Entscheidungen werden vorsichtiger getroffen und die Energie im System nimmt ab.
Dort, wo Technologie hingegen bewusst begleitet wird und Menschen aktiv einbezogen werden, zeigt sich ein anderes Bild. Akzeptanz entsteht schneller, Entscheidungen werden klarer getroffen und Teams übernehmen Verantwortung für die Umsetzung. Transformation wird dadurch nicht langsamer, sondern tragfähiger.
Fazit
Was ich aus diesem Tag mitnehme, ist eine recht klare Beobachtung: Die eigentliche Herausforderung liegt nicht darin, neue Technologien zu verstehen. Sie liegt darin, einen Rahmen zu schaffen, in dem Menschen sinnvoll mit ihnen arbeiten können.
Zukunft entsteht nicht durch das, was Maschinen leisten. Sondern durch das, was wir daraus machen.
CTA
Wenn Sie in Ihrer Organisation merken, dass viel in Technologie investiert wird, aber die Frage offen bleibt, wie diese im Alltag wirklich wirksam wird, lohnt sich ein Gespräch. Gemeinsam schaffen wir die Klarheit und den Rahmen, in dem Technologie und Menschen nicht nebeneinander, sondern miteinander wirken können.
Bildquelle:
Deutsche Messe AG / Michael Heck
